Karl Demetz

 

Karl Demetz kam am 17. Juni 1909 als Sohn des Johannes Demetz und der Annemarie Demetz, geb. Birk in Trossingen zur Welt. Die Mutter stammte aus einer in Trossingen alt eingesessenen Familie. Der Vater stammte aus Südtirol und war dort gelernter Holzschnitzer. Den Vater hielt es aber nicht lange in Südtirol und er bereiste schließlich weite Teil der Welt. Aufgrund seiner Reisen beherrschte er mehrere Sprachen. Auf einer seiner Reisen erkranket er in China an Gelbfieber und er musste sich auf eine lange und abenteuerliche Reise durch Russland begeben. Für seine Genesung zog der Vater dann nach Villingen um das gute Schwarzwaldklima zu nutzen. Von dort zog der Vater dann nach Trossingen, wo er zunächst als Holzschnitzer und dann später als Fabrikarbeiter tätig war.

Nebenbei wurde von den Eheleuten Demetz, wie dies in dieser Zeit in der Region üblich war, noch eine kleine Landwirtschaft betrieben. Aus der Ehe gingen Karl und seine jüngere Schwester Frida hervor.

Karl Demetz ging dann in Trossingen zur Schule und wurde dort von Otto Rudolph unterrichtet, der schon früh das Talent seines Schülers hinsichtlich seiner Mal- und Zeichenkünste erkannt und gefördert hat. Von diesem Lehrer ist auch überliefert, dass er von dem damals vierzehnjährigen Karl Demetz verlangte, dass er seine fünfzig Klassenkammeraden bis zu Konfirmation porträtiert. Noch heute kann man an den erhaltenen Portraits erkennen, mit welcher hohen Qualität der junge Demetz bereits die für Portraits so wichtigen Charakteristiken der einzelnen Mitschüler abbilden konnte. Es war schon klar erkennbar, welche große Naturtalent Karl Demetz war.

Nach seiner Schulzeit genoss Demetz eine klassische Kunstausbildung. Karl Demetz wurde nach seiner Schulzeit nach Stuttgart geschickt, wo er ab dem Frühjahr 1923 beim damals anerkannten Dekorationsmaler Kämmerer in die Lehre ging.

Der damalige Bürgermeister von Trossingen, Herr Haller, setzte sich persönlich für das junge Talent Karl Demetz ein und gründetet einen Verein zur Förderung der Begabten und so konnte die Ausbildung in Stuttgart finanziert werden. Er war zunächst bei dem in Stuttgart tätigen und sehr geschätzten Maler Richard Herdtle (1866-1943) in Ausbildung. Herdtle war für seine Landschafts- und Tiermalerei bekannt.

Von 1930 bis 1933 besuchte Karl Demetz dann die Kunstakademie in Stuttgart, wo er von Prof. Hans Spiegel (1893-1966) und Prof. Arnold Waldschmidt (1873-1956) unterrichtet wurde.

Durch den 2.Weltkrieg wurde das künstlerische Schaffen ab 1940 unterbrochen. Von 1940 bis 1945 war er im Kriegsdienst und kam nach Kriegsende in jugoslawische Kriegsgefangenschaft. Auch während der Kriegsgefangenschaft konnte er sich künstlerisch betätigen und kam dann 1949 aus der Kriegsgefangenschaft zurück nach Trossingen. Die Zeit in der Kriegsgefangenschaft war wie bei vielen anderen Künstler seiner Zeit eine intensive und eine der fruchtbarsten Zeiten seines künstlerischen Schaffens. Es war sicher so, dass er das Erlebet auf eine besondere Art verarbeiten musste. Nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft arbeitete Karl Demetz zunächst als freischaffender Maler in Trossingen. 

Karl Demetz war mit unterschiedlichen Malstilen vertraut, war aber immer bemüht, deutlich abzubilden, was er malte. Es finden sich expressionistische als auch impressionistische Werke, die aber eines immer gemeinsam hatten, nämlich dass der Betrachter immer erkennen kann, was gezeigt werden soll. Die Werke des Karl Demetz müssen nicht erläutert oder erklärt werden, da sie einfach für sich sprechen und sie sich dem Betrachter jederzeit erschließen. So sind insbesondere sein Landschaftsbilder genau zuordenbar, welche Landschaft er abbildetet. Es finden sich viel Landschaftsbilder seiner Heimat Trossingen, der Region Baar, des Schwarzwaldes aber auch viele Werke der Schwäbischen Alb. Karl Demetz verstand es wie kaum ein anderer, eine Zeit abzubilden, in welches es noch zu täglichen Erscheinungsbild gehörte, dass die Menschen noch in einer Synergie mit den Tieren und der Landschaft lebten. Vielleicht war es auch so, dass Demetz die sich abzeichnenden Änderungen in der Lebensweise der Landbevölkerung erahnte und mit seinen Werken eine seit hunderten von Jahren unveränderte Kultur für die Nachwelt festhalten wollte. Typisch für die Werke des Karl Demetz sind die Tierdarstellungen die sich im Wesentlichen auf Pferde, Kühe und Schafe sowie die Hütehunde bezogen. Er blieb Zeit seines Schaffens ein Künstler, der den Gegenstand naturalistisch abbildete.

Karl Demetz hat in den verschiedenen Schaffenszeiten seines Künstlerlebens verschiedene Landschaften dargestellt. Es ist aber festzuhalten, dass er ein typischer Maler der Schwäbischen Alb wurde. Nicht alleine aufgrund des Umstandes, dass er als seinen letzten Aufenthaltsort Apfelstetten auf der Schwäbischen Alb gewählt hat, vielmehr hat es diese abwechslungsreiche und vielfältig Alblandschaft Karl Demetz angetan. Er hat in seine Landschaftsbilder zu Schwäbischen Alb die besonderen unterschiedlichen Stimmungen, die wir heute noch bei Wanderungen auf der Schwäbischen Alb überall entdecken können, in einer ganz besonderen Art eingefangen.  Man kann nachempfinden, wie sich Karl Demetz bei der Betrachtung der Motive gefühlt und was er empfunden hat. Seine Werke zeigen eine tiefe Verbundenheit des Malers mit seiner direkten Umwelt. Der Betrachter hat kann die Empfindungen heute noch gut nachvollziehen, da es auf der Schwäbischen Alb vielerorts noch die gleichen Kulturlandschaften vorfinden, welche gerade den Maler Karl Demetz zu seinen Werken veranlasst hat. Es finden sich immer noch die von Schafen beweideten Heideflächen, die Wacholderhänge mit den blühenden Wiesen. In seinen Gemälden schafft es Karl Demetz, dem Betrachter aufzuzeigen, dass Mensch, Tiere und Natur noch im Einklang nebeneinander stehen und miteinander leben.

Es wäre aber falsch Karl Demetz auf sein Schaffen als Maler zu beschränken. Er war ein leidenschaftlicher Leser und schrieb selbst Gedichte und Texte. Karl Demetz hinterließ ca. 200 lyrische Arbeiten.

Bereits zu Lebzeiten schaffte es Karl Demetz als sehr gefragter Künstler von seiner Kunst leben zu können und bis zum heutigen Tage gilt Demetz als anerkannt Künstler weit über die Schwäbische Alb hinaus. Als anerkannter Kunstmaler lebte Walter Ast bis zu seinem Tod in Apfelstetten und genoss von seinem Haus aus der wunderschönen Natur der Schwäbischen Alb.

Am 28. März 1986 verstarb Karl Demetz in Apfelstetten.

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